Logbuch/Törnbericht

Törnbericht 21. August 2026 · 4 Min. Lesezeit

Neue Crew, neue Schären: eine Woche im Stockholmer Archipel

Crewwechsel in Stockholm, Klappbrücken und Schleuse zum Auftakt, dann eine Woche Sonne, Holzsaunen auf kleinen Inseln, die ersten selbst gefangenen Barsche und ein Fondue mitten in Schweden.

A

Adi «the Lobster» Hummer

Skipper · aus dem Bordbuch

Crew an Deck in den Schären

Apéro im Cockpit, rundherum nur Fels, Föhren und Wasser: so sehen die Schären aus.

Revier

Stockholmer Schären, Schweden

Wann

15. bis 21. August 2026

Schiff

Segelyacht Ciao Ciao

Route

Stockholm · Vaxholm · Ingmarsö · Ostholmen · Stockholm

Tag 1 · Stockholm

Crewwechsel heisst innerer Dienst

Die erste Woche in den Schären ist vorbei, und es steht wieder ein Crewwechsel an. Auch die zweite Woche startet und endet in Stockholm. Für den Skipper heisst das: innerer Dienst. Waschen, putzen, einkaufen, Kojen frisch beziehen. Nach halb getaner Arbeit muss aber eine Pause sein, und die gab es in der Sauna am Hafen. Ein Bierchen durfte natürlich nicht fehlen.

Segelyacht Ciao Ciao im Hafen von Stockholm Bier nach der Sauna am Steg

Waschtag an Bord und die verdiente Pause auf der Saunaterrasse.

Tag 2 · Vaxholm

Brücken, Schleuse und dann Segel hoch

Am Nachmittag ist die neue Crew an Bord, und wir laufen aus. Wer aus Stockholm hinaus will, braucht Geduld: zuerst vor der Liljeholmsbron warten, bis sie öffnet, dann durch die Hammarby-Schleuse und noch einmal warten vor der Danviksbron. Bei schönem Wetter ist das aber ein guter Einstieg für die neue Crew, man sieht die Stadt vom Wasser aus.

Die neue Crew an Bord

Die neue Crew ist an Bord, Stockholm liegt im Kielwasser.

Kurz danach haben wir die Segel gesetzt und sind mit einer schönen Brise nach Vaxholm gesegelt. Nach dem Anlegertrunk ging die Crew noch kurz ins Städtchen, und ich habe in der Kombüse ein Chicken Curry gekocht.

Warten vor der Klappbrücke Blick aus dem Cockpit auf die Brücke

Warten gehört dazu: Die Brücken öffnen nur zu bestimmten Zeiten.

Skipper-Tipp: Wer durch Stockholm segelt, schaut vorher die Öffnungszeiten der Klappbrücken an und plant genug Zeit ein. Zwischen Brücke und Schleuse heisst es Fender raus, Leinen klar und die ganze Crew einteilen.

Tag 3 · Värmdö

Achterlicher Wind und eine Sauna mit Holzofen

Das Wetter passt. Mit achterlichem Wind und viel Sonnenschein ging es hinaus in die Schären, die Crew hat sich an Deck einfach entspannt. Am Abend dann ein kleiner, kuscheliger Hafen des Segelclubs Verkarna: eine holzgeheizte Sauna an schönster Lage, ein Grillplatz unter Föhren und Abendessen mit Blick aufs Wasser. Gibt es einen schöneren Platz dafür?

Segeln mit achterlichem Wind in den Schären Skipper am Steuer am Wind

Raumschots durch die Schären, die Crew geniesst die Sonne.

Holzsauna am Ufer Grillplatz in den Schären

Holzofensauna und Abendessen unter Föhren beim Segelclub Verkarna.

Tag 4 · Lökaön

Festmachen am Fels

Was für ein Spot! In Österviken bei Lökaön lag die Ciao Ciao direkt am Felsufer, so wie man das in den Schären gerne macht. Auch hier wieder eine Sauna, perfekt gelegen, und rundherum Ruhe. Einfach nur schön.

Ankerplatz in einer Schärenbucht Felsufer in den Schären

Festgemacht direkt am Granit, mit Wald bis ans Wasser.

Tag 5 · Ingmarsö

Die grosse Fischerei

Unterwegs wurde die Angel ausgeworfen, und die grosse Fischerei hat sich gelohnt: zwei Barsche. Nun brauchte es den Chef in der Mitte, um zu zeigen, wie man einen Fisch richtig zerlegt. Frischer geht es nicht.

Frisch gefangene Barsche Fisch zerlegen an Bord

Zwei Barsche aus der Ostsee und eine kleine Lektion am Salontisch.

Tag 6 · Ostholmen

Fondue nach der Sauna

Wieder ein neuer, schöner Ort. Unsere schwedischen Nachbarn haben die Schweizer Flagge am Heck gesehen, sind vorbeigekommen und haben gefragt, ob wir wissen, wo die Sauna ist. So kam man ins Gespräch, und am Ende stand man zusammen am Ufer.

Schwedische Nachbarn am Steg

Die Schweizer Flagge verbindet: neue Bekanntschaften auf Ostholmen.

Und dann das: nach einer schönen Sauna ein feines Fondue, mitten in den schwedischen Schären. Gibt es etwas Besseres?

Fondue an Bord Abendlicht bei Ostholmen

Fondue an Bord und Abendlicht zwischen den Föhren.

Tag 7 · Stockholm

Der letzte Abend mit dieser Crew

Zurück in Stockholm. Mit meinem Göttimeitli noch Sauna und ein Glas Rosé genossen, natürlich bei schönstem Sonnenschein. Dann ab in die Kombüse: Rigatoni mit Salsiccia. Zum Abschluss eine lockere Jamsession aus dem Lautsprecher. Und siehe da, die Jungen finden auch Ländler cool.

Rose am Steg Rigatoni aus der Bordküche

Rosé am Steg, Rigatoni mit Salsiccia aus der Kombüse.

Jamsession an Bord

Jamsession im Salon zum Abschied.

«Efach e cooli Bandi. Ond dä alti Sack het au choge de Plausch ghaa.»

Adi, am letzten Abend mit dieser Crew

Eine Woche, die von Stockholm aus in die Schären und wieder zurück nach Stockholm führte. Mehr braucht es nicht für einen richtig schönen Törn.

Die Route

Etappe für Etappe

  1. Stockholm: Crewwechsel, Sauna am Hafen
  2. Vaxholm: durch Liljeholmsbron, Hammarby-Schleuse und Danviksbron, dann unter Segeln
  3. Verkarna (Värmdö): Clubhafen mit Holzofensauna und Grillplatz
  4. Lökaön, Österviken: am Fels festgemacht
  5. Ingmarsö: zwei Barsche gefangen
  6. Ostholmen: Sauna, Fondue und schwedische Nachbarn
  7. Stockholm: letzter Abend mit dieser Crew

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